Von damals bis heute - Rotes Kreuz an der Saar – Menschen setzen Zeichen


  1. 24.06.1859: Henry Dunant wird Zeuge der Schlacht von Solferino

  2. 1862: Henry Dunant veröffentlicht das Buch "Eine Erinnerung an Solferino".

    Er beschreibt die Greuel des Krieges und macht 2 Vorschläge: Gründung von Hilfsgesellschaften und Abschluss einer völkerrechtlichen Vereinbarung

  3. 26.10.1863: Die bekannteste Marke der Welt wird geboren

    Auf einer Konferenz in Genf entsteht das Schutzzeichen des Roten Kreuzes.
    Henry Dunant erlebt auf dem Schlachtfeld von Solferino grausame Sterbeszenen, die sich tief in sein Gedächtnis brennen. Fortan kämpft er für einen menschlicheren Krieg und neutrale Hilfsgesellschaften, die zukünftig die Not der Soldaten lindern sollen.
    Auf einer Konferenz in Genf treffen sich im Jahr 1863 Delegierte aus 16 Nationen, um Dunants Ideen zu diskutieren und weiterzuentwickeln. Dabei steht auch das Schutzzeichen der neuen Hilfsgesellschaften zur Debatte. Die Abgeordneten einigen sich darauf, dass Ärzte und Sanitäter eine weiße Armbinde als Erkennungszeichen tragen sollen. Aus Achtung vor der Schweizer Nationalfahne soll diese ein rotes Kreuz enthalten. Die berühmteste Marke der Welt ist geboren!
    Hans Magnus Enzensberger schreibt über die Geburtsstunde des berühmten Schutzzeichens: "Das Rote Kreuz ist eines der ältesten Abzeichen der Welt, vermutlich bekannter als Coca Cola, und man wird keinem Durstigen mit der Behauptung zu nahe treten, dass seine Wirkung segensreicher war als die aller Erfrischungsgetränke. Kein Marketingexperte hat das Emblem erfunden. Niemand hätte sich vor eineinhalb Jahrhunderten träumen lassen, dass aus dem Treffen einiger Genfer Honoratioren eine Institution hervorgehen wird, wie sie die Geschichte der Menschheit nie zuvor gekannt hat."
    (Zitat: Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, Hrsg. Hans Magnus Enzensberger, Frankfurt am Main 2001)

    (Armbinde: Rotkreuzmuseum Genf / IKRK)
  4. 12.11.1863: Gilt als Gründungsjahr für das Rote Kreuz in Stuttgart.

    Mitte November 1863 wurde in Stuttgart der Württembergische Sanitätsverein zur Hilfe für verwundete Soldaten von Pfarrer Dr. Christoph Ulrich Hahn (1805 – 1881) gegründet.

  5. 22.08.1864: 12 Staaten verabschieden die 1. Genfer Konvention

    zur Verbesserung des Loses der Verwundeten und Kranken der Streitkräfte im Felde

  6. 1864: Erster Einsatz von Rotkreuz-Delegierten der Weltgeschichte im Deutsch-Dänischen Krieg.

    Es handelte sich dabei um Dr. Louis Appia und Hauptmann Charles van de Felde.Diese Rotkreuzpioniere waren auf den Kriegsschauplätzen des Deutsch -Dänischen Krieges von 1864 eingesetzt.
    In unmittelbarer Nähe der Düppeler Schanzen hatten Deutsche und Dänische Rotkreuzler am 22.08.1989 einen Stein zum Gedenken an die ersten Rotkreuz-Delegierten, den Schweize Dr. Appia und den Niederländer Hauptmann van de Velde, gesetzt. Diese Rotkreuzler der ersten Stunde waren auf Beschluss des damals fünfköpfigen Rotkreuzkomitees in Genf, dem auch Dr. Appia angehörte, zu den Kriegsschauplätzen des Deutsch-Dänischen-Krieges von 1864 gereist. Dort hatte sich Dr. Appia auf der deutschen und Hauptmann van de Velde auf der dänischen Seite erfolgreich für die Einhaltung humanitärer Grundsätze im Sinne der später verabschiedeten ersten Genfer Konvention eingesetzt. Diese wurde am 22.08.1864, also nach dem Krieg, von zunächst zwölf Staaten unterzeichnet. Seither werden Rotkreuz-Delegierte weltweit in allen kriegerischen Konflikten tätig. Sie achten auf die Einhaltung der Genfer Konventionen, besuchen Kriegsgefangene, kontrollieren die medizinische Versorgung von Kriegsopfern und tun vieles mehr, um das Los von Menschen in kriegerischen Auseinandersetzungen zu erleichtern und die Einhaltung der Genfer Abkommen sicherzustellen.

  7. 24.06.1866: Gründung des ersten saarländischen Rotkreuzvereins in Saarbrücken-St. Johann.

  8. 25.06.1866: Saarbücker Zeitung berichtet

    Am 25. Juni 1866, berichtete die Saarbücker Zeitung, „dass aufgrund einer Einladung vom 23. Juni 1866 am 24.Juni 1866 der Verein zur Unterstützung der Hinterbliebenen der unter die Fahnen Gerufenen, zur Pflege der im Felde erkrankten und verwundeten Krieger“ gegründet wurde.(3)

    Der Schwerpunkt der Arbeit des Vereins lag in der Unterstützung der Hinterbliebenen der Soldaten, die im Krieg gefallen sind. Auslöser war der Deutsche Krieg von 1866 zwischen dem Deutschen Bund und Preußen. Ein anderer, die Schlacht  von Solferino, hatte drei Jahre zuvor  zur ersten Gründung eines Rotkreuzvereines weltweit geführt.. Wahrgenommen wurde diese Aufgabe, die man heute als soziale und psychologische Betreuung bezeichnen würde, neben der sanitätsdienstlichen, überwiegend von Frauen. Gegründet im Zeichen des Friedens ist das Rote Kreuz an sich „ein Kind des Krieges.“

  9. 1869: Gründung des "Vaterländischen Frauenvereins zur Pflege und Hilfe für Verwundete im Kriege" in Saarbrücken-St. Johann.

  10. 6.8.1870: Gründung des Lokalvereins Gersweiler

    Katharina Weißgerber, genannt Schultze Kathrin hilft den Verwundeten bei der Schlacht am Spicherer Berg

  11. 16.8.1870: Saarbücker Zeitung berichtet

    in einem Artikel über einen Lokalverein Gersweiler und bezeichnet ihn als Verein zur Pflege im Felde erkrankter und verwundeter Krieger.

  12. 14.10.1871: Einsatz des Roten Kreuzes bei der Schlacht von Spichern

    Zu einem ersten beachtlichen Einsatz des Roten Kreuzes kam es im Saarland bei der Schlacht von Spichern im Jahre 1870/1871. Mittels eines Aufrufes an die Bevölkerung, Verbandsmaterial, wie Binden, Dreieckstücher, Kissen, Fußlappen und andere Materialien, zu spenden, um den verletzten Soldaten zu helfen, kamen zahlreiche Bürger und Bürgerinnen der Stadt Saarbrücken, um Hilfe zu leisten.
    Viele von ihnen haben dabei auch verwundete Soldaten in ihren Häusern und Wohnungen aufgenommen und sie dort gepflegt.. Die Lazarette waren für die Vielzahl von verletzten Soldaten nicht groß genug, um alle Verletzten aufzunehmen. Zusätzlich wurden die Soldaten von den Mitgliedern des Rotkreuz-Lokalvereines im damaligen Neubau des Saarbrücker Hospitals betreut.

  13. 1871: Schlacht von Spicheren

    Nach der Schlacht von Spicheren gründeten Saarbrücker Bürger, die in ihren Häusern Verwundete der Schlacht von Spicheren gepflegt und betreut haben, den "Verein für die Pflege der im Felde verwundeten Krieger".

  14. 1901: 1. Friedensnobelpreis an Henry Dunant.

  15. 30.10.1910: Henry Dunant verstirbt im Alter von 82 Jahren in Heiden / Schweiz.

  16. 1912: Mit der Gründung der Schwesternschaft im Deutschen Reich 1882 und mit ihrer Gründung in Saarbrücken im Jahre 1912 wurde die Ausbildung der Schwestern professionalisiert und sie erhielt eine Absicherung im Krankheitsfall und im Alter.

    Sitz des Mutterhauses war Saarbrücken und Träger der Schwesternschaft waren zunächst der Kreisverein Saarbrücken vom Roten Kreuz und der Vaterländische Frauenverein für Saarbrücken – Stadt und – Land.
    Noch im Gründungsjahr nahmen 10 Lernschwestern in den als Krankenpflegeschule staatlich anerkannten Knappschaftskrankenhäusern in Quierschied (Fischbachkrankenhaus) und Völklingen ihre Ausbildung aus. Die erste Leiterin war Frau Oberin Marie Lammer und der erste Vorsitzende Landrat Walter von Miquel. Die von der Schwesternschaft ausgebildeten Schwestern wurden zum Beispiel im 1. Weltkrieg eingesetzt in Kriegslazaretten, in Lazarettzügen, und auf der Verbandsstation im Hauptbahnhof Saarbrücken.

  17. 1914-1918: Einsatz von Sanitätern und Rotkreuzschwestern aus dem Saarland im 1. Weltkrieg.

  18. 15.10.1919: Gründung der Liga der Rotkreuzgesellschaften

    Heutiger Name "Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften".

  19. 1920: Gründung des vaterländischen Frauenvereines vom Roten Kreuz Saarbrücken-Land.

  20. 25.01.1921: Neue Satzung des Deutschen Roten Kreuzes

    Die politische Situation nach dem Ersten Weltkrieg erfordert ein neues Profil und eine einheitliche Vertretung der bis dato rechtlich selbstständigen Rotkreuz-Landesvereine.

    Nach vier Kriegsjahren liegt Deutschland am Boden. Enttäuschte Hoffnungen, Hunger und ein sinnloser letzter Flottenbefehl führen zu politischen Spannungen, die sich in Arbeiteraufständen entladen. Am 9. November 1918 tritt Kaiser Wilhelm II. zurück, kurz darauf ruft Philipp Scheidemann die Republik aus. Im Januar 1919 erarbeiten die Siegermächte den Versailler Vertrag, der neben beträchtlichen Reparationszahlungen eine radikale Entmilitarisierung vorsieht. Vereinigungen, die sich mit militärischen Dingen befassen, werden grundsätzlich verboten.

    Bei den 24 Landes- und Landesfrauenvereinen des Roten Kreuzes löst die neue Situation eine tiefgehende Identitätskrise aus. Zum einen müssen sie nun ihr in der Monarchie und im Nationalstolz verankertes Selbstverständnis hinterfragen. Zum anderen ist es den Vereinen untersagt, ihrer Hauptaufgabe – der Vorbereitung auf den Sanitätsdienst im Krieg – weiter nachzugehen. Doch das Rote Kreuz nutzt seine Chance und widmet sich verstärkt der Wohlfahrt.

    Der neue Arbeitsschwerpunkt bedingt, dass sich die vielen unterschiedlichen Rotkreuz-Organisationen zusammenschließen und sich mit einer einheitlichen Vertretung gegenüber der Öffentlichkeit und anderen Wohlfahrtsverbänden klar positionieren. Am 25. Januar 1921 beschließen in Bamberg die Vertreter der Landesvereine die neue Satzung des Deutschen Roten Kreuzes. Dessen Gründung schärft nicht nur ein einheitliches Rotkreuz-Profil, sie ermöglicht auch den Beitritt zur neu gegründeten "Internationalen Liga der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung", die sich bis heute bei Auslandseinsätzen für eine globale Friedensarbeit engagiert.

  21. 1925: Gründung des Deutschen Jugendrotkreuzes.

    Der Hauptvorstand des Deutschen Roten Kreuzes gründet das Deutsche Jugendrotkreuz (DJRK). Vorbild ist das Jugendrotkreuz in den USA: Durch die Hilfssendungen und Briefe amerikanischer Jugendrotkreuzler an hungernde Kinder in Europa ist der JRK-Gedanke nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland bekannt geworden.

  22. 27.12.1927: Aufnahme in den Landesverein des Bayerischen Roten Kreuzes.

  23. 6.7.1929: Gründung der Ensheimer Sanitätskolonne.

  24. 25.10.1930: Großeinsatz bei Grubenunglück

    Großeinsatz der Sanitätskolonnen des Roten Kreuzes bei dem Grubenunglück auf der Grube Maybach im Saargebiet.

  25. 22.06.1930: Inbetriebnahme der Klinik Rotes Kreuz Saarbrücken.

  26. 10.02.1933: Gasometerexplosion in Neunkirchen

    Einsatz der Sanitätskolonne des Roten Kreuzes bei der schweren Gasometerexplosion in Neunkirchen mit 68 Toten und 190 Verletzten - 50 Sanitäter bereits nach 8 Minuten vor Ort. Im März 1933, kam es zu einem schweren Explosionsunglück in Neunkirchen. Dort war das Rote Kreuz rund um die Uhr im Einsatz um Erste-Hilfe-Maßnahmen durchzuführen. Es wurden damals auch Unterkünfte für Menschen eingerichtet, die wegen des Unglücks von Neunkirchen nach Landsweiler-Reden geflüchtet waren. Man griff auf Tanzsäle und Schulen zurück, um dort die Menschen zu versorgen. Analog wurden diese Maßnahmen auch in den Jahren 1989/1990 bei der Betreuung der Übersiedler aus der DDR vorgenommen. Auch hier wurden Schulen und Turnhallen als Notunterkünfte für die geflüchteten Menschen verwendet.

  27. 23.01.1935: Sanitätswachen bei der 1. Saarabstimmung.
    Bis zum zweiten Weltkrieg konnten im gesamten Saargebiet in sämtlichen Kreisstädten vom Roten Kreuz Krankentransportstellen mit ein bis zwei Wagen und entsprechendem Personal eingesetzt werden. Die Fahrzeuge waren nur mit einer Person besetzt.

  28. 1937: DRK-Gesetz
    Neue DRK-Satzung.

  29. 1939-1945: Einsatz von Sanitätern und Rotkreuzschwestern im 2. Weltkrieg.

  30. 25.09.1945: Verbot durch die Alliierten

    Das DRK wurde am 19. September 1945 in der sowjetischen[29] und in der französischen Besatzungszone am 3. Januar 1946[30] aufgelöst. In der amerikanischen Besatzungszone (heute der nördliche Teil von Baden-Württemberg, Bremen, Hessen und Bayern) konnte das DRK dagegen in seiner bisherigen Rechtsform der "Körperschaft des öffentlichen Rechts" weiterarbeiten, während in der britischen Zone und später auch in der französischen Zone DRK-Landesverbände als "eingetragene Vereine" neu gegründet wurden. Eine Ausnahme bildete zunächst das Saargebiet, wo das bisherige DRK unter der Bezeichnung "Saarländischer Sanitäts- und Hilfsdienst" (SSHD) seine Arbeit fortsetzte. Das "Deutsche Rote Kreuz in der Bundesrepublik Deutschland e. V." als Bundesverband wurde am 4. Februar 1950 in Koblenz wiedergegründet. Am 26. Februar 1951 wurde es durch die deutsche Bundesregierung als nationale Rotkreuz-Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland anerkannt. Diese Anerkennung wurde mit Schreiben vom 27. September 1956, bedingt durch den Aufbau der Bundeswehr, neu gefasst. Die Anerkennung durch das IKRK erfolgte am 26. Juni 1952.

  31. 1945: Wiedereröffnung der Rotkreuzklinik Saarbrücken.

  32. 1946: Durch Verordnung Nr. 30 des Oberkommandierenden der französischen Besatzungstruppe wurde zuerst einmal das Rote Kreuz in der französischen Besatzungszone und damit auch im Saarland verboten.
    Gleichzeitig gab die Militärregierung des Saarlandes aber ihr Einverständnis zur Bildung eines Hilfsausschusses unter der Bezeichnung "Saarländischer Hilfsausschuss für soziale Fürsorge und Wohlfahrtspflege".

  33. 29.10.1946: Verbot des Roten Kreuzes

    Mit Genehmigung der Militärregierung und der Verwaltungskommission des Saarlandes wird der "Sanitäts- und Hilfsdienst" anstelle des offiziell nicht mehr bestehenden Roten Kreuzes gebildet. Nach dem Krieg wurde das Rote Kreuz in Deutschland von den Alliierten verboten. Im Oktober 1946 wurde mit Genehmigung der Verwaltungskommission des Saarlandes anstelle des Roten Kreuzes der saarländische "Sanitäts- und Hilfsdienst (SSH)" gegründet. Zu den herausragenden Aufgaben des SSH gehörte z.B. die Verteilung von 260.000 Portionen Essen in eigens dafür eingerichteten Volksküchen(17). Es wurden insgesamt 20 Volksküchen eingerichtet, die monatlich tausende von Essen ausgaben. Des Weiteren sind 11 Kinderspeisungsküchen eingerichtet worden, um 16.250 Kinder mit Lebensmitteln zu versorgen. Besonders bekannt wurde der Sanitäts- und Hilfsdienst in ganz Deutschland als Vermittlungsstelle für die Gefangenenpost. Weit über 100.000 Briefsendungen gingen beim Sanitäts- und Hilfsdienst ein und wurden in französische Gefangenenlager oftmals auf illegalem Wege weitergeleitet. Insgesamt wurden in den drei Nachkriegsjahren 1945-1947 16.737 verschollene Soldaten und 112 verschollene Zivilpersonen registriert und erfasst. Des Weiteren wurden 1947 für das Saarland 88.843 zurückgekehrte ehemalige Soldaten erfasst.

  34. Nachkriegsjahre

    Der SSHD verbessert die Lage der Kriegsgefangenen, ermöglicht Kontakte mit Angehörigen, vermittelt Post von / an Kriegsgefangene, stellt Anträge auf Begnadigung, verschickt in den 50ern Pakete in die Lager der UDSSR mit Zitrusfrüchten.

  35. ab 1947: Suchdienst beim Roten Kreuz

    Klärung des Schicksals vermisster Soldaten und Zivilinternierter Personen aus der Zeit des 2. Weltkrieges - von 1,5 Millionen Vermissten sind 13193 Saarländer.

  36. 19.12.1947: Gründung des "Saarländischen Roten Kreuzes"

    Nach Genehmigung durch die Militärregierung und die Verwaltungskommission des Saarlandes erfolgt die konstituierende Sitzung des saarländischen Roten Kreuzes und Gründung im Festsaal des Saarbrücker Schlosses. Das Rote Kreuz hatte damals 115 Ortsvereine mit 3.300 aktiven Helfern/innen und 11.300 Fördermitgliedern. Das "Saarländische Rote Kreuz" übte seine Tätigkeit bis zum Mai 1956 aus.

  37. 25.01.1949: Ester Rotkreuz-Landesdelegiertentag

    1. Landesdelegiertentag des Saarländischen Roten Kreuzes im Johannishof Saarbrücken mit SRK-Präsident Dr. von Brochowski und SRK-Generalsekretär Alfons Kirchner.

  38. 12.08.1949: Verabschiedung der 4 Genfer Abkommen

    1) Abkommen zum Schutz der Verwundeten und Kranken der Streitkräfte im Felde
    2) Abkommen zum Schutz der Verwundeten, Kranken und Schiffbrüchigen der Streitkräfte zur See
    3) Abkommen zum Schutz der Kriegsgefangenen
    4) Abkommen zum Schutz von Zivilpersonender in Kriegszeiten.

  39. 4.2.1950: Neugründung DRK in der BRD in Koblenz.

    Das „Deutsche Rote Kreuz in der Bundesrepublik Deutschland e. V.“ als Bundesverband wurde am 4. Februar 1950 in Koblenz wiedergegründet. Am 26. Februar 1951 wurde es durch die deutsche Bundesregierung als nationale Rotkreuz-Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland anerkannt. Diese Anerkennung wurde mit Schreiben vom 27. September 1956, bedingt durch den Aufbau der Bundeswehr, neu gefasst.
    Die Anerkennung durch das IKRK erfolgte am 26. Juni 1952.

  40. 23.10.1952: Das „Deutsche Rote Kreuz der DDR“ wurde am 23. Oktober 1952 gegründet.

    Am 9. November 1954 erfolgte die Anerkennung als nationale Rotkreuz-Gesellschaft durch das IKRK und wenig später die Aufnahme in die Liga der Rotkreuz-Gesellschaften. Der Zentralausschuss und das Präsidium als die leitenden Organe hatten ihren Sitz in Dresden. Seine wichtigsten Aufgaben waren der Katastrophen- und Bevölkerungsschutz, die Verbreitungsarbeit, die Durchführung des Rettungsdienstes in Form der Schnellen Medizinischen Hilfe (SMH) und die Gesundheitserziehung. Für den Bereich des Bevölkerungsschutzes unterstand das DRK dem Ministerium des Innern. Weitere Tätigkeitsfelder waren der Bereich der Pflege und Altenversorgung, das Blutspendewesen, der Suchdienst sowie die Wasser-, Berg- und Grubenrettungsdienste. Präsident des DRK der DDR von seiner Gründung bis 1981 war der Militärarzt Werner Ludwig.

  41. 31.12.1952: Zwischenbilanz der Nachforschungsarbeit des Saarfländischen Roten Kreuzes und der zivilen Nachforschungsstelle führten von 1947 bis 1952 zur Klärung von 10772 Vermisstenschicksalen.

  42. 6.5.1956: Deutsches Rotes Kreuz, Landesverband Saarland

    Beim 4. Landes-Rot-Kreuz-Tag in Saarlouis beantragt die 7. Landes- delegiertenversammlung des Saarländischen Roten Kreuzes die Aufnahme in das DRK und benennt sich in "Deutsches Rotes Kreuz, Landesverband Saar" um.

  43. 1956: DRK-Bundesversammlung von 1956

    Sie hat dem saarländischen Aufnahmeantrag stattgegeben und das saarländische Rote Kreuz als "Deutsches Rotes Kreuz, Landesverband Saar" in das Deutsche Rote Kreuz aufgenommen.

  44. 1.1.1957: Politische Rückgliederung des Saarlandes nach Deutschland.

  45. 11.5.1957: 7. Hauptversammlung des Deutschen Roten Kreuzes in Saarbrücken.

  46. 12.5.1957: Kundgebung und Festzug des Deutschen Roten Kreuzes in Saarbrücken.

  47. 1961: Anerkennung des Deutschen Jugendrotkreuz im DRK LV Saarland als jugendpflegetreibender Verband.

  48. 7.2.1962: Einsatz des Roten Kreuzes bei dem Grubenunglück Luisenthal mit 299 Toten

    DRK-Helfer leisteten nicht nur medizinische Hilfe, sie wuschen auch die verstorbenen Bergleute, um die Identifizierung zu ermöglichen, betreuten Angehörige und versorgten die Einsatzkräfte.

  49. 1970: Inbetriebnahme der DRK-Kurklinik St. Ingbert.

  50. 06.06.1977: Ergänzung der Genfer Abkommen

    durch zwei Zusatzprotokolle über den
    a) Schutz der Opfer international bewaffneter Konflikte
    b) Schutz der Opfer nicht international bewaffneter Konflikte.
    Aufgrund der Kriege in den 1960er Jahren, wie beispielsweise des Vietnamkrieges, des Biafra-Konflikts in Nigeria, der Kriege zwischen den arabischen Staaten und Israel sowie der Unabhängigkeitskriege in Afrika, verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 19. Dezember 1968 die Resolution 2444 (XXIII) „Respect for Human Rights in Armed Conflicts“. Diese Resolution bekräftigte die allgemeine Gültigkeit von drei grundlegenden Prinzipien des humanitären Völkerrechts: (1) die Existenz von Beschränkungen bei der Wahl der Mittel zur Kriegsführung; (2) das Verbot von Angriffen gegen die Zivilbevölkerung; (3) die Verpflichtung zur Unterscheidung zwischen Kombattanten und der Zivilbevölkerung sowie zur weitestmöglichen Verschonung der Zivilbevölkerung. Darüber hinaus forderte diese Resolution den UN-Generalsekretär auf, in Zusammenarbeit mit dem IKRK zu untersuchen, inwieweit sich die Anwendbarkeit der bestehenden Regelungen des humanitären Völkerrechts verbessern ließe und in welchen Bereichen eine Erweiterung des humanitären Völkerrechts durch neue Abkommen notwendig sei. Dies war der Anstoß zur Diplomatischen Konferenz von 1974 bis 1977.
    Zum Abschluss dieser Konferenz wurden zwei Zusatzprotokolle beschlossen, die im Dezember 1978 in Kraft traten und wesentliche Ergänzungen in mehreren Bereichen brachten. Zum einen integrierten beide Protokolle in den Rechtsrahmen der Genfer Abkommen Regeln für zulässige Mittel und Methoden der Kriegführung und damit vor allem für den Umgang mit den an Kampfhandlungen beteiligten Personen. Dies war ein wichtiger Schritt hin zu einer Vereinheitlichung des humanitären Völkerrechts. Die Regeln des Zusatzprotokolls I präzisierten darüber hinaus vor allem eine Reihe von Bestimmungen der vier Konventionen von 1949, deren Anwendbarkeit sich als unzulänglich erwiesen hat

  51. 1987: Gründung der Schwesternschaft Rheinland-Pfalz/Saar e.V.

    Im ausgehenden 19. Jahrhundert, kurz nach Gründung des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz 1863 und anschließender Gründung der ersten nationalen Rotkreuz Organisationen, bilden sich die ersten Schwesternschaften vom Deutschen Roten Kreuz.
    Die Initiative ergriffen großbürgerliche Frauen oder Adlige, angeregt durch die Idee der Rotkreuz-Bewegung verfolgten sie zwei Ziele:
    1. Jungen, an einer Berufsausbildung interessierten Frauen eine qualifizierte Pflegeausbildung zu ermöglichen
    2. Gleichzeitig diesen - unverheirateten und berufstätigen - Frauen einen gesellschaftlichen Status zu geben, ohne zur Ausübung eines Pflegeberufs einem kirchlichen Orden beitreten zu müssen
    In den meisten Gründungsorten wurde mit Chefärzten verschiedener Krankenhäuser ein Ausbildungsplan entwickelt und die jungen Frauen wurden dort theoretisch und praktisch - in erster Linie durch Ärzte - ausgebildet. Das Mutterhaus der Schwestern (-schülerinnen) war am Stammsitz der Schwesternschaft und dort verbrachten sie ihre Freizeit, feierten im Kreis ihrer Kolleginnen, und es entwickelte sich ein reger Informationsaustausch.

  52. 1988: Übernahme des V&B Krankenhauses

    durch das DRK als DRK-Klinik Mettlach für Geriatrie und Rehabilitation.

  53. 15.01.1989: Tod von Alfons Kirchner (geboren 02.08.1901).

    Er war Geschäftsführer des Sanitäts-und Hilfsvereins Saar und Generalsekretär des Saarländischen Roten Kreuzes und des DRK Landesverbandes Saarland bis 1972. Er starb im alter von 87 Jahren.

  54. 1989/1990: Betreuung und Verpflegung der Übersiedler

    aus der ehemaligen DDR in Turnhallen und Notunterkünften.

  55. 1993: Gründung der Rettungsdienstschule Saar.

    Dabei handelt es sich um eine Rettungsdienst- und Berufsfachschule, in der insbesondere Zivildienstleistende, Freiwille des Freiwilligen Sozialen Jahres und andere zu Rettungssanitätern ausgebildet werden. Gesellschafter sind die Landeshauptstadt Saarbrücken und der DRK Landesverband Saarland.

    1993: Gründung der 1. DRK Gästehauses im Saarland in Schwalbach-Hülzweiler.

  56. 1994 Gründung des DRK-Gästehauses in Dillingen und Lebach.

  57. 1995 Gründung des DRK-Gästehauses in Wadgassen-Schaffhausen.

  58. 2002: Gründung der DRK Saarland gemeinnützigen Trägergesellschaft für soziale Einrichtungen mbh.

    Gesellschafter sind der DRK Landesverband Saarland und der DRK Kreisverband Sankt Ingbert. Als erste Einrichtung wurde in 2002 die DRK-Seniorenresidenz Gersheim in Betrieb genommen.

  59. 8.12.2005: 3. Zusatzprotokoll zu den Genfer Abkommen

    Neben dem Roten Kreuz und dem Roten Halbmond wird der Rote Kristall als drittes Schutzzeichen eingeführt.

  60. 2006: Eröffnung des DRK Sozialzentrums Am Markt in Saarbrücken-Dudweiler in Trägerschaft des DRK Saarland Trägergesellschaft.

    Konzeptioneller Schwerpunkt ist die Betreuung und Pflege von Menschen mit Morbus Parkinson.

  61. 21.06.2010: 2010. Eröffnung der RettungsArena in Sankt Ingbert.

    Einmalig im südwestdeutschen Raum. Möglichkeit äußerst realitätsnah an verschiedenen Fallsimulationen Unfälle zu üben..

  62. 01.06.2013: Inbetriebnahme des Ambulanten Pflegedienstes des DRK in Dillingen.

  63. 2014-2016: Betreuung von Bürgerkriegsflüchtlingen, u. a. aus Afghanistan, Eritrea, Syrien und dem Irak in Notunterkünften.